Eine Teestunde ist für mich etwas ganz Besonderes.

Es bedeutet einen Moment den Alltag zu unterbrechen, um gemeinsam mit (einem) lieben Menschen eine Tasse Tee zu trinken. Diese Momente sind besondere Geschenke. Ich verbinde damit:

  • Zeit füreinander und miteinander zu haben – sei es auch nur für den Moment einer Tasse Tee, um zusammen zu sein,
  • sich auszutauschen über das was uns berührt, was uns wichtig ist oder uns gerade beschäftigt …
  • eine Einladung Neues zu entdecken – was auch immer es sein mag.
  • Eine Zeit in der wir einander sehen, wahrnehmen, aufmerksam sind – nicht nur im Vorbeigehen.

Wie gern erinnere ich mich an gemeinsame Teestunden mit meiner Mutter. Meine lebendigen Erinnerungen reichen bis in mein Teenageralter zurück. Es gehörte zu meinen Aufgaben das Teewasser zu kochen, den losen schwarzen Tee in ein Teeei zu füllen, es in die wunderschön verzierte alte silberne Teekanne hineinzuhängen und das Wasser aufzugießen. Bis der Tee fertig gezogen war holte ich den dunkelbraunen Krusten-Kandis und die Sahne aus dem Schrank und stellte beides mit zwei schönen Teetassen auf den Tisch. Der Duft des Tees durchströmte die Küche während wir uns übers Eck an den Küchentisch setzten. Mit einer Zuckerzange angelte ich für uns Stücke Kandiszucker heraus, die etwas von von einem kleinen Felsbrocken hatten und legte sie in unsere Tassen. In Gedanken höre ich noch das leise Knistern des zerspringenden Kandiszuckers in den Tassen, das entstand als ich den heißen Tee hineingoss. Ein Schöpflöffelchen Sahne malte kleine Wolken in den Teetassen, ganz so wie es in Norddeutschland üblich ist.

Was für ein Beginn einer Teestunde – ein wunderbarer Moment auf den vertraute Gespräche folgten, die mich tief berührten … An das, worüber wir sprachen kann ich mich nicht mehr genau erinnern, aber das warme wohlige Gefühl, das mit den Gesprächen verbunden war erfüllt noch immer in mein Herz wenn ich daran denke!

Die Zeit hat sich geändert. Meine Mutter lebt schon viele Jahre nicht mehr, unsere Tochter ist über 20 Jahre alt, ich trinke lieber Rooibuschtee ohne Kandis und ohne Sahne und erfreue mich an der wunderschönen Farbe des heißen Tees in meiner Lieblingstasse. Das was geblieben ist, ist das Ritual einer gemeinsamen Teestunde mit unserer Tochter. Nicht jeden Tag, aber immer wieder. Diese Teestunden sind kleine Schätze für Mutter-Tochter-Gespräche. … Wunderbar!

Wie gern lade ich zum Tee oder auch einer Tasse Kaffee ein …!

In diesem Sinne wünsche ich Euch viele gemeinsame Teestunden mit Menschen, die Euch am Herzen liegen oder dort noch einen Platz finden w(s)ollen – sei es Privat oder im Beruf! … und lebendige Erinnerungen an diese besonderen Momente.

Herzliche Grüße

Marion

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